Was ist Smart Mobility?
Smart Mobility wird als ein Angebot definiert, das eine energie- und zeiteffiziente, emissionsarme, sichere, komfortable und kostengünstige Mobilität ermöglicht. (Quelle: Flügge 2016, DOI 10.1007/978-3-658-14371-8)

Wie geht Smart Mobility?
Durch den Einsatz von Informationstechnologie kann Mobilität intelligent genutzt werden. Dadurch bietet sie ökonomische und ökologische Vorteile für Nutzer, Anbieter und die Öffentlichkeit. Smart Mobility beschreibt dabei keine Einzellösung, sondern ein komplexes Kollektivum von Projekten, Produkten und Dienstleistungen. (Weitere Informationen finden Sie hier)

Was sind Beispiele für Smart Mobility?
Im vielschichtigen Feld neuer und intelligenter Mobilität hat sich die Betrachtung mittels Nutzungsszenarien bewährt. Die identifizierten Anwendungsfälle sind in nachfolgender Liste dargestellt und lassen sich nach einzelnen Trendkategorien und Verkehrsmitteln filtern. Die Kategorie Smart Mobility beinhaltet alle Anwendungsfälle.

Mobility as a Service / Mobilitätsplattform

Smart Mobility Blume

Die Smart Mobility Blume beschreibt wieviel Knowhow ein Unternehmen in einem der fünf Themengebiete der Smart Mobility besitzt. Je mehr eines der farbigen Blütenblätter dunkel eingefärbt ist, desto höher ist die Relevanz im entsprechenden Themengebiet. Analog ist kann dies auf die Anwendungsfälle übertragen werden.

Der Use-Case Mobilität als Dienstleistung = Mobility as a Service (MaaS) kombiniert öffentliche und private Verkehrsangebote mittels einheitlichem Zugangsportal, oft auch Mobilitätsplattform genannt. Der gesamte Weg wird über dieses Portal beziehungsweise eine Anwendung gebucht, durchgeführt und abgerechnet, auch wenn unterschiedliche Anbieter und Verkehrsmittel gewählt werden. Das Schlüsselkonzept hinter MaaS ist es die/den Nutzende/n, Menschen oder Güter, ins Zentrum zu stellen und auf die individuellen Bedürfnisse maßgeschneiderte Mobilitätslösungen anzubieten. Ziel ist eine Verbesserung der Möglichkeiten, eine Erhöhung der Transportmitteleffizienz und die Verringerung der Belastung öffentlicher Räume (Staus, Emissionen, etc…). Für Unternehmen eröffnet sich ein großer Markt für neue Mobilitätsdienstleistungen, innovative Servicekonzepte und Kooperationen im traditionellen Mobilitäts- und Infrastrukturgeschäft. Verkehrsanbeiter werden umfassende Dienstleister und auch neue Akteure können einsteigen. Aufgabe der öffentlichen Hand ist zunächst die Schaffung der notwendigen IKT Infrastrukturen und Architekturen. Forschungsseitig gilt es zu klären, wie Menschen integriert werden können ohne eine digitale Kluft zu schaffen, wer die Kosten trägt und wie die Anreize zur Nutzung von MaaS so gestaltet werden können, das sie nicht zu Lasten nachhaltiger Systeme wie dem ÖPNV gehen. Hierfür sind Tests und Projekte notwendig. Im September 2017 hat das CIVITAS ECCENTRIC Projekt die „MaaS Readiness Level Indicators for local authorities“ (civitas.eu) veröffentlicht. Diese bietet einen sektorübergreifenden Einblick, wie gut eine lokale Verwaltung für den erwarteten Wechsel des Mobilitätsverhaltens und -angebots durch MaaS aufgestellt ist und welche Entscheidungen bereits gefallen sind, die neue Mobilitätsdienstleistungen unterstützen.

Smart Ticketing

Smart Mobility Blume

Die Smart Mobility Blume beschreibt wieviel Knowhow ein Unternehmen in einem der fünf Themengebiete der Smart Mobility besitzt. Je mehr eines der farbigen Blütenblätter dunkel eingefärbt ist, desto höher ist die Relevanz im entsprechenden Themengebiet. Analog ist kann dies auf die Anwendungsfälle übertragen werden.

Ein Elektronisches Ticket (kurz E-Ticket) kann als Alternative zu Tickets aus Papier Verwendung finden. Es wird derzeit verbreitet im ÖPNV und im Flugverkehr genutzt. Durch die digitale Erfassung der Daten können diese flexibel verändert werden. Auch zeitkritische Buchungen können durch die elektronische Abwicklung beschleunigt werden. So lassen sich problemlos Last-Minute Buchungen durchführen. Im Bereich ÖPNV muss das Ticket nicht mehr am Automaten gezogen und anschließend im jeweiligen Verkehrsmittel entwertet werden. Ticket-Erstattungen können ebenfalls wieder direkt auf das Bankkonto zurückgebucht werden, mit dem der Passagier das E-Ticket gekauft hat.
Smart Mobility bietet nun das Potenzial das E-Ticket zum smarten Allround-Ticket weiter zu entwickeln, so dass Buchungen und Abrechnungen verkehrsträger-übergreifend ermöglicht werden. Auch eine Integration von geteilten und/oder elektrischen Fahrzeugen ist möglich. Man bucht somit einen Weg und kein Verkehrsmittel. Entscheidend zur Umsetzung des smarten Ticketing sind ein sicherer Bezahlservice und eine qualitative hochwertige Integration der Verkehrsträger-Daten. Hierfür sind Standards und Schnittstellen zu schaffen.

Smart Traffic – Vernetzung von Verkehrsteilnehmer und Infrastruktur

Smart Mobility Blume

Die Smart Mobility Blume beschreibt wieviel Knowhow ein Unternehmen in einem der fünf Themengebiete der Smart Mobility besitzt. Je mehr eines der farbigen Blütenblätter dunkel eingefärbt ist, desto höher ist die Relevanz im entsprechenden Themengebiet. Analog ist kann dies auf die Anwendungsfälle übertragen werden.

„Smart Traffic“ bezeichnet die intelligente Steuerung von Verkehrsflüssen auf der Basis von automatisch erhobenen Daten zur Verkehrsdichte, Wetterbedingungen oder Umweltbelastungen. Diese Daten stammen zum Beispiel von Sensoren (Kamera, Infrarot…) am Straßenrand, von Kontaktschleifen in der Fahrbahn oder von im Auto montierten GPS-Systemen. Alle Informationen werden gebündelt und an Verkehrsleitzentralen übermittelt. Aufgrund des Datenmaterials lassen sich dann zum Beispiel Ampeln verkehrsgerecht schalten, Verkehrsströme umleiten oder Umweltzonen kurzfristig einrichten. Die Infrastruktur interagiert somit mit dem Verkehrsteilnehmer. Die Einführung eines solchen Systems kostet Milliarden. Experten rechnen allerdings damit, dass sich die Ausgaben schnell amortisieren. Für Deutschland prognostizierte der Hightech-Branchenverband BITKOM Einsparungen in Höhe von rund elf Milliarden Euro pro Jahr. Auch hier geben vermiedene Verkehrsstaus durch die effizientere Lenkung der Verkehrsströme den Ausschlag (BITKOM 2011). Es besteht Bedarf an konkurrenzfähiger, smarter Infrastruktur, an übergreifenden Vernetzungskonzepten und Lösungen zur datenschutzgerechten Integration aller Verkehrsteilnehmer.